Hantavirus: Der stille Killer, der in Mäusekot lauert
- Maria Piknova, PhD

- 18. Juli
- 2 Min. Lesezeit

Hantavirus: Ein altes Virus, neu im Bewusstsein
Im Koreakrieg 1951 erkrankten tausende Soldaten an Fieber, Schmerzen und Nierenversagen – die Ursache war lange unklar. Erst 1978 wurde der Erreger identifiziert: ein Hantavirus, übertragen über Staub mit Mäusekot. Ähnlich dramatisch verlief 1993 der Sin‑Nombre-Ausbruch im Four-Corners-Gebiet der USA, als nach einem „Mäusejahr“ plötzlich junge, gesunde Menschen am akuten Lungenversagen starben.
Was sind Hantaviren?Hantaviren zirkulieren hauptsächlich in kleinen Nagetieren, ohne diese krank zu machen. Menschen infizieren sich meist über eingeatmete, aufgewirbelte Partikel aus Urin, Kot oder Speichel.
Sie verursachen zwei Hauptformen:
HFRS (Europa, Asien): befällt vor allem die Nieren, von grippeähnlich bis lebensbedrohlich.
HPS (Amerika): befällt die Lunge, mit Sterblichkeitsraten bis zu 40 %.

Beiden gemeinsam ist: Das Virus macht Gefäße durchlässig; eine überschießende Immunreaktion richtet den größten Schaden an.
Andes-Virus: die AusnahmeFast alle Hantaviren werden nicht von Mensch zu Mensch übertragen. Eine wichtige Ausnahme ist das Andes-Virus in Südamerika, das bei engem, anhaltendem Kontakt ansteckend sein kann. In Europa kommt es natürlicherweise nicht vor; hier stellen vor allem Puumala- und Dobrava-Viren ein Risiko durch Nagetiere dar.
Wie kann man sich schützen?
Staub in Schuppen, Ställen, Kellern nie trocken aufwirbeln, Flächen anfeuchten, Maske tragen.
Kontakt mit Nagetieren, ihren Nestern und Ausscheidungen meiden.
Essen und Müll nagersicher aufbewahren.
Viele Infektionen verlaufen unbemerkt – ob jemand schwer erkrankt, entscheidet vor allem die Balance des eigenen Immunsystems.
Über die Autorin
Maria Piknova, PhD, ist Biochemikerin und Wissenschaftsbloggerin mit Schwerpunkt Mikrobiologie und Molekularbiologie. Sie möchte komplexe Forschung so erklären, dass sie verständlich bleibt – ohne wissenschaftliche Genauigkeit zu verlieren.

Kommentare